Dorina, Annouk und Ronja - Hundesport-spaß
Dorina, Annouk und Ronja  -  Hundesport-spaß

Hüten

Border Collies bei ihrer ursprünglichen Hütearbeit zu beobachten ist einfach faszinierend! Dabei gefallen mir Border Collies am allerbesten und eigentlich ist es in erster Linie auch das, was die Rasse ausmacht.

Deshalb hatte ich schon ein bißchen den Wunsch mit Annouk auch zu hüten, habe mich aber trotzdem irgendwie lange nicht auf die Suche nach einer Möglichkeit begeben. Erst als Annouk bereits 3 Jahre alt und schon ein Problemhund mit generalisierenden Angstproblemen gewesen war waren wir auf einem Anfänger Seminar von Eckhard Sievers, bei dem nach einem Theorieteil die Hunde an Schafen eingetestet wurden. Annouks Veranlagung wurde als eher schlecht beurteilt, wobei sie z.T. einfach zu unsicher war und es im Umfeld auch einiges gab womit wir bis vor kurzem noch richtig massive Angstprobleme hatten. Deshalb hatte ich die sich eher zufällig kurz darauf ergebende Chance auf Hütetraining trotzdem ergriffen, 1 mal pro Woche ca. 80km entfernt. Hier zeigte sich Annouk dann auch anders. Ein halbes Jahr später hat sich dann eine nähere Trainingsmöglichkeit in ca. 25km Entfernung ergeben. Ein paar Monate lang hatten wir noch eine zusätzliche Möglichkeit in einer Hundeschule, dann wurden die Schafe dort aber leider abgeschafft.

Annouk war an den Schafen sehr schnell, manchmal heftig aber ohne zu beißen. Beim Treiben zu schnell und zu dicht bzw. ich beim Rückwärtsgehen zu langsam ;-)

Beim Outrun hat sie wieder deutlich gezeigt das ihre gute und schlechte Seite weit auseinander liegen und rechtsherum blieb es immer eine Katastrophe (auf dieser Seite lief sie auch z.B. im Dogdance die großen Kreise viel enger und inzwischen mit Spondylose so grottenschlecht und steif) und durch den Druck im Training der sie weiter raus bringen sollte wurde sie nur auch noch hektischer.

Dann hatten wir uns irgendwann ein blödes Problem durch eine widerspenstige Schnucke die Annouk mehrfach attackiert hatte und schlechte Manöver meinerseits aus denen Annouk die Schafe gar nicht mehr anbewegen konnte geschaffen. Auf einem Seminar mit Horst Ludwig ist Annouk nach ein paar supertollen Erfolgserlebnissen bei der letzten Einheit wieder einem stärkeren Schaf ganz massiv ausgewichen, hat nichts mehr von mir angenommen. Da hat Horst Ludwig einen seiner Rüden arbeiten lassen und Annouk lief nur mit. Das war faszinierend wie Annouk sich an dem erfahrenen Rüden orientiert hat und wie instinktsicher die beiden "schwarzweißen Wölfe" dann die Schafe getrieben haben.

Kurz darauf waren wir von einer Bekannten eingeladen mal an Ouessant Schafen mitzutrainieren. Die waren so flüchtig, da gab es kein Problem mit zu widerspenstig, höchstens mit zu dicht dran, denn für ruhiges Treiben mußte Annouk fast auf der anderen Seite der Koppel bleiben ;-) Hier konnte sie nach einer Trainingseinheit auch einmal was sinnvolles arbeiten: beim Schafe ins Netz treiben hat sie tatkräftig geholfen und als einige Tiere farblich markiert wurden sind welche rausgesprungen. Daraufhin wurde Annouk frei außen am Netz laufen gelassen und hat selbstständig weitere Ausbrüche verhindert :-)

Insgesamt hat Annouk die Hütearbeit sehr gut getan und wir haben auch viel fürs Leben außerhalb der Koppel gelernt.

Am liebsten hätte ich mir auch eigene Schafe angeschafft, aber alle Überlegungen führten immer dazu das das einfach nicht wirklich geht.

Dann kam eine lange Schneepause und da kurz darauf eh die Lämmerpause käme hatte ich im Frühling 2010 nicht gleich wieder mit Hüten angefangen und dann kam die Zeit in der ich dachte Dorina würde nur noch ein paar Tage, höchstens Wochen leben und weil es da mit Dorina einfach nicht mehr paßte zu den Schafen zu fahren dachte ich ich würde die vorrübergehende Pause eben verlängern. Aus den Tagen, Wochen wurden zum Glück noch Monate, insgesamt fast 1 Jahr. Und in dieser Zeit wurde mir irgendwann klar das wir aufgehört hatten, irgendwann hatte ich mich auch endgültig dagegen entschieden wieder mit Hüten anzufangen. Allerdings hat Annouk während Dorinas letzten Lebenswochen und nach ihrem Tod sowieso ständig gehumpelt so daß wieder anfangen gar nich möglich gewesen wäre und mit der Entwicklung von Annouks Spondylose hätte sich das Hüten dann sowieso erledigt.

Annouks Drang die Schafe zu kontrollieren und zu treiben war längst nicht so ausgeprägt wie der drumherum zu rennen, was allerdings mit einem früheren Beginn des Hütetrainings und einem erfahrenen Trainer sicher anders geworden wäre. Aber ich denke so hat sie nicht die ganz extreme Leidenschaft fürs Hüten entwickelt und es war für sie dann auch kein Problem mit dem Hütetraining wieder aufzuhören. Hundesport ist für sie eine echte Alternative. Auch während der Zeit des Hütetrainings hatte sie über die ganze Woche gesehen i.d.R. ja mehr im Hundesport als im Hüten gearbeitet.

Das Hütetraining war aber ein wichtiger und sehr schöner Abschnitt in Annouks und meinem Leben.

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© Monika Lukas